prompt injections.de
Schutzmaßnahme

KI-Agenten absichern

Ein Agent ist genau so sicher wie die Menge der Aktionen, die er ohne Rückfrage ausführen darf. Absicherung bedeutet deshalb zuerst Entwurfsarbeit — Werkzeugauswahl, Freigabepunkte, Ausführungsumgebung — und erst danach Filterarbeit.

Die Angriffsseite behandelt Angriffsvektor KI-Agenten; die Ursache liegt in der Natur der Prompt Injection und wird bei OWASP als übermäßige Handlungsvollmacht geführt.

Die sechs Stellschrauben

  • Werkzeugauswahl. Nur die Werkzeuge bereitstellen, die die aktuelle Aufgabe braucht.
  • Rechte je Werkzeug. Lesend vor schreibend, eng vor breit, kurzlebige Zugangsdaten statt dauerhafter.
  • Freigabepunkte. Alles mit Geld-, Daten- oder Außenwirkung braucht eine menschliche Bestätigung.
  • Ausführungsumgebung. Generierter Code läuft in einer Sandbox ohne Netz und ohne dauerhafte Geheimnisse.
  • Herkunftstrennung. Werkzeug-Rückgaben und abgerufene Inhalte sind Fremddaten, nie Anweisungen.
  • Protokoll und Limits. Jeder Aufruf wird protokolliert; Ratenlimits und Budgets begrenzen den Schaden eines fremdgesteuerten Laufs.

Prüfen statt hoffen

Agentische Aufbauten lassen sich testen: AgentDojo und InjecAgent stellen Umgebungen bereit, in denen Angriffe und Verteidigungen gegeneinander gemessen werden. Für MCP-Werkzeugketten prüft mcp-scan die eingebundenen Server.

Sinnvoll ist ein fester Testlauf vor jedem Produktivgang und nach jeder Erweiterung des Werkzeugsatzes — jede neue Integration verschiebt die Angriffsfläche.

Techniken aus dem Verzeichnis

Diese Einträge aus dem Techniken-Verzeichnis gehören unmittelbar zu diesem Thema — jeder mit Funktionsweise, Risiko-Einstufung, Schutzmaßnahmen und Primärquelle.

  • Angriff auf Agenten

    Tool-Poisoning (MCP)

    Die Beschreibung eines Werkzeugs — etwa eines MCP-Servers — enthält versteckte Anweisungen. Der Agent liest sie beim Auflisten der verfügbaren Tools, noch bevor er das Werkzeug überhaupt aufruft.

    Risiko hoch
  • Angriff auf Agenten

    Prompt-Infektion in Multi-Agenten-Systemen

    Eine Injektion, die sich selbst weitergibt: Ein kompromittierter Agent reicht die Anweisung samt Vervielfältigungsauftrag an die nächsten Agenten weiter — wurmartige Ausbreitung im Verbund.

    Risiko hoch
  • Angriff auf Agenten

    Verwirrter Stellvertreter

    Der Agent handelt mit den Rechten des Nutzers, folgt aber der Absicht eines Angreifers — er wird zum Stellvertreter, der seine Berechtigungen fremdgesteuert einsetzt.

    Risiko hoch
  • Angriff auf Agenten

    Werkzeug-Missbrauch durch Injektion

    Die eingeschleuste Anweisung veranlasst den Agenten, seine angebundenen Werkzeuge zweckwidrig einzusetzen — Mails versenden, Dateien schreiben, Käufe auslösen, Code ausführen.

    Risiko hoch
  • Angriff auf Agenten

    Zero-Click-Injektion

    Angriffsklasse, die ganz ohne Zutun des Opfers auskommt: Das Zustellen eines Inhalts in ein vom Assistenten durchsuchtes System genügt, um Injektion und Datenabfluss auszulösen.

    Risiko hoch
  • Angriff auf Agenten

    Code-Injektion über LLM-Ausgaben

    Die Ausgabe des Modells wird ungeprüft weiterverarbeitet — als HTML gerendert, als SQL abgesetzt, als Shell-Befehl ausgeführt. Eine Injektion wird damit zu klassischer Codeausführung.

    Risiko hoch

Passende Werkzeuge

  • Benchmark · ETH Zürich (SPY Lab)

    AgentDojo

    Dynamische Testumgebung, die Agenten mit realistischen Aufgaben und eingebetteten Injektionen konfrontiert und Nützlichkeit gegen Sicherheit misst.

    Open Source
  • Benchmark · University of Illinois (Kang Lab)

    InjecAgent

    Benchmark für indirekte Prompt Injection in werkzeugnutzenden Agenten, unterteilt in Angriffe auf Nutzerdaten und auf Nutzeraktionen.

    Open Source
  • Scanner · Invariant Labs

    mcp-scan

    Prüfwerkzeug für MCP-Server, das Tool-Beschreibungen auf versteckte Anweisungen, Tool-Poisoning und nachträgliche Änderungen untersucht.

    Open Source
  • Guardrail-Framework · Meta

    LlamaFirewall

    Guardrail-System für Agenten, das Eingaben, Zwischenschritte der Modell-Argumentation und erzeugten Code prüft, bevor eine riskante Aktion ausgeführt wird.

    Open Source
  • Red-Teaming · Microsoft

    PyRIT

    Python Risk Identification Toolkit — Automatisierungs-Framework für KI-Red-Teaming mit Orchestratoren für mehrstufige Angriffe wie Crescendo.

    Open Source
  • Red-Teaming · promptfoo

    promptfoo

    Test- und Red-Teaming-Werkzeug für Prompts und Modelle mit Plugin-System für Angriffsklassen und CI-Integration.

    Open Source

Einordnung in die OWASP LLM Top 10

  • OWASP LLM Top 10 · 2025

    LLM06: Übermäßige Handlungsvollmacht

    Das System darf mehr, als es für seine Aufgabe müsste — zu viele Werkzeuge, zu weite Rechte, zu viel Autonomie ohne menschliche Kontrolle.

  • OWASP LLM Top 10 · 2025

    LLM01: Prompt Injection

    Eingaben verändern das Verhalten des Modells auf eine vom Betreiber nicht vorgesehene Weise — unabhängig davon, ob der Text für Menschen sichtbar ist oder nicht.

  • OWASP LLM Top 10 · 2025

    LLM05: Unsichere Verarbeitung von Ausgaben

    Ausgaben des Modells werden ungeprüft an nachgelagerte Systeme weitergereicht — als HTML gerendert, als Datenbankabfrage abgesetzt oder als Befehl ausgeführt.

Häufige Fragen

Wie sichert man einen KI-Agenten gegen Prompt Injection ab?

Über den Entwurf: minimaler Werkzeugsatz, enge Rechte je Werkzeug, menschliche Freigabe für wirkungsvolle Aktionen, Sandbox für generierten Code, Kennzeichnung aller Fremddaten sowie Protokollierung und Limits.

Womit lässt sich die Absicherung testen?

Mit Benchmark-Umgebungen wie AgentDojo und InjecAgent sowie mit Red-Teaming-Werkzeugen wie PyRIT und promptfoo. Für MCP-Werkzeugketten prüft mcp-scan die eingebundenen Server.

Quellen

  1. OWASP GenAI Security Project: LLM06:2025 Excessive Agency: https://genai.owasp.org/llmrisk/llm062025-excessive-agency/
  2. AgentDojo — Benchmark für LLM-Agenten: https://github.com/ethz-spylab/agentdojo
  3. mcp-scan — Prüfwerkzeug für MCP-Server: https://github.com/invariantlabs-ai/mcp-scan