prompt injections.de
Technik · Angriff auf Agenten

Zero-Click-Injektion

Angriffsklasse, die ganz ohne Zutun des Opfers auskommt: Das Zustellen eines Inhalts in ein vom Assistenten durchsuchtes System genügt, um Injektion und Datenabfluss auszulösen.

Englischer Begriff
Zero-Click Prompt Injection
Kategorie
Angriff auf Agenten
Risiko
Risiko hoch
OWASP-Bezug
LLM01 — Prompt Injection
Primärquelle
arxiv.org

Zero-Click-Injektion (englisch „Zero-Click Prompt Injection") gehört zur Kategorie Angriff auf Agenten und ist eine der dokumentierten Techniken der Prompt Injection gegen Sprachmodelle. Der Eintrag beschreibt das Wirkprinzip, damit Betreiber ihre Systeme prüfen und absichern können; eine Übersicht aller Verfahren steht im Techniken-Verzeichnis. Im Risikokatalog OWASP LLM Top 10 fällt die Technik unter LLM01: Prompt Injection.

Funktionsweise

  • Der Payload wird in eine Quelle gelegt, die der Assistent automatisch indexiert.
  • Eine beliebige, unverwandte Nutzerfrage zieht ihn in den Kontext.
  • EchoLeak (CVE-2025-32711) gilt als erster dokumentierter Fall in einem Produktivsystem.

Risiko

Risiko hoch Die praktische Gefährdung produktiver Systeme wird für diese Technik als hoch eingestuft. Maßgeblich dafür sind die Rechte der betroffenen Anwendung: Je mehr eine LLM-Anwendung lesen, senden oder ausführen darf, desto größer ist der Schaden, den eine einzelne eingeschleuste Anweisung anrichten kann. OWASP führt den zugehörigen Risikobereich als LLM01 — Prompt Injection.

Schutz

Keine Einzelmaßnahme verhindert diese Technik vollständig. Wirksam ist gestaffelte Absicherung, bei der jede Schicht davon ausgeht, dass die vorherige versagt:

  • Herkunftsbasierte Trennung des Abrufumfangs (keine Vermischung von Vertrauensstufen).
  • Ausgehende Kanäle des Assistenten strikt begrenzen.
  • Automatische Indexierung externer Inhalte einschränken.

Ausführlich behandelt der Bereich Schutz vor Prompt Injection die einzelnen Maßnahmen; passende Werkzeuge listet das Werkzeug-Verzeichnis.

Verwandte Techniken

  • Indirekte Injektion

    Injektion über E-Mail

    Eine präparierte E-Mail genügt: Sobald ein Assistent das Postfach durchsucht oder zusammenfasst, gelangen die eingebetteten Anweisungen in seinen Kontext — ohne dass der Nutzer die Mail öffnen muss.

    Risiko hoch
  • Datenabfluss

    Datenabfluss über Markdown-Bilder

    Das Modell wird veranlasst, ein Bild einzubetten, dessen URL die zu stehlenden Daten als Parameter enthält. Das Rendern der Antwort löst den Abruf aus und schickt die Daten an den Angreifer.

    Risiko hoch
  • Indirekte Injektion

    Injektion über Kalender-Einladungen

    Anweisungen werden in Titel oder Beschreibung eines Kalendereintrags versteckt und ausgelöst, sobald der Assistent den Kalender liest — bis hin zur Steuerung angebundener Geräte.

    Risiko hoch

Quellen

  1. Zero-Click-Injektion — Primärquelle: https://arxiv.org/abs/2509.10540

Dieser Eintrag erklärt das Prinzip zu Verteidigungszwecken. Er enthält bewusst keine einsatzfertigen Angriffs-Payloads gegen konkrete Systeme (siehe redaktionelle Grundsätze).