Tool-Poisoning (MCP)
Die Beschreibung eines Werkzeugs — etwa eines MCP-Servers — enthält versteckte Anweisungen. Der Agent liest sie beim Auflisten der verfügbaren Tools, noch bevor er das Werkzeug überhaupt aufruft.
- Englischer Begriff
- Tool Poisoning
- Kategorie
- Angriff auf Agenten
- Risiko
- Risiko hoch
- OWASP-Bezug
- LLM03 — Lieferkette
- Primärquelle
- arxiv.org
Tool-Poisoning (MCP) (englisch „Tool Poisoning") gehört zur Kategorie Angriff auf Agenten und ist eine der dokumentierten Techniken der Prompt Injection gegen Sprachmodelle. Der Eintrag beschreibt das Wirkprinzip, damit Betreiber ihre Systeme prüfen und absichern können; eine Übersicht aller Verfahren steht im Techniken-Verzeichnis. Im Risikokatalog OWASP LLM Top 10 fällt die Technik unter LLM03: Lieferkette.
Funktionsweise
- Tool-Beschreibungen gelangen ungeprüft in den System-Kontext des Agenten.
- Ein bösartiger Server kann so Verhalten für alle anderen Tools umdefinieren.
- Nachträgliche Änderungen der Beschreibung bleiben oft unbemerkt („Rug Pull").
Risiko
Risiko hoch Die praktische Gefährdung produktiver Systeme wird für diese Technik als hoch eingestuft. Maßgeblich dafür sind die Rechte der betroffenen Anwendung: Je mehr eine LLM-Anwendung lesen, senden oder ausführen darf, desto größer ist der Schaden, den eine einzelne eingeschleuste Anweisung anrichten kann. OWASP führt den zugehörigen Risikobereich als LLM03 — Lieferkette.
Schutz
Keine Einzelmaßnahme verhindert diese Technik vollständig. Wirksam ist gestaffelte Absicherung, bei der jede Schicht davon ausgeht, dass die vorherige versagt:
- Nur Tool-Server aus geprüften Quellen einbinden und Beschreibungen pinnen.
- Tool-Beschreibungen wie nicht vertrauenswürdige Eingaben behandeln.
- Änderungen an Tool-Definitionen protokollieren und alarmieren.
Ausführlich behandelt der Bereich Schutz vor Prompt Injection die einzelnen Maßnahmen; passende Werkzeuge listet das Werkzeug-Verzeichnis.
Verwandte Techniken
-
Prompt-Infektion in Multi-Agenten-Systemen
Eine Injektion, die sich selbst weitergibt: Ein kompromittierter Agent reicht die Anweisung samt Vervielfältigungsauftrag an die nächsten Agenten weiter — wurmartige Ausbreitung im Verbund.
Risiko hoch -
Werkzeug-Missbrauch durch Injektion
Die eingeschleuste Anweisung veranlasst den Agenten, seine angebundenen Werkzeuge zweckwidrig einzusetzen — Mails versenden, Dateien schreiben, Käufe auslösen, Code ausführen.
Risiko hoch -
Verwirrter Stellvertreter
Der Agent handelt mit den Rechten des Nutzers, folgt aber der Absicht eines Angreifers — er wird zum Stellvertreter, der seine Berechtigungen fremdgesteuert einsetzt.
Risiko hoch
Quellen
- Tool-Poisoning (MCP) — Primärquelle: https://arxiv.org/abs/2504.03767
Dieser Eintrag erklärt das Prinzip zu Verteidigungszwecken. Er enthält bewusst keine einsatzfertigen Angriffs-Payloads gegen konkrete Systeme (siehe redaktionelle Grundsätze).