prompt injections.de
Dokumentierter Vorfall · 2025

Kalendereinladungen als Angriffsvektor auf Gemini

Forschende von SafeBreach demonstrierten, dass Anweisungen in Titel oder Beschreibung einer Kalendereinladung wirksam werden, sobald ein Assistent den Kalender liest. Weil ein Kalendereintrag von außen zugestellt werden kann, genügt der Versand einer Einladung, um Inhalte in den Kontext des Assistenten zu bringen.

Zeitpunkt
2025
Betroffenes System
Gemini mit angebundenem Kalender und Gerätesteuerung
Wirkung
Fremdgesteuerte Aktionen bis in angebundene Gerätesteuerung
Stand der Behebung
Von Google nach der Meldung adressiert
Primärquelle
safebreach.com

Der Fall ist ein belegtes Beispiel für Prompt Injection in produktiven Systemen. Die Darstellung ist sachlich und erklärend; sie enthält keine Reproduktionsanleitung. Weitere Fälle stehen in der Vorfall-Übersicht.

Was passiert ist

Kalendereinträge sind Fremddaten wie jede Webseite oder E-Mail — sie landen ungefiltert im Kontextfenster, sobald der Assistent den Kalender auswertet.

Die Besonderheit: Eine Einladung erreicht das Postfach des Opfers, ohne dass dieses sie annehmen oder überhaupt öffnen muss.

In der Demonstration reichte die Wirkung bis in die Steuerung angebundener Geräte, weil der Assistent über entsprechende Werkzeuge verfügte.

Der Fall verbindet damit indirekte Injektion mit dem Kernproblem agentischer Systeme: Reichweite der Rechte.

Was der Fall zeigt

  • Jede von außen befüllbare Datenquelle ist ein Injektionsvektor — auch scheinbar harmlose wie ein Kalender.
  • Werkzeuge mit physischer Wirkung brauchen eine Freigabe außerhalb des Modells, nicht nur eine gute Systemanweisung.
  • Die Angriffsfläche wächst mit jeder Integration, nicht mit der Zahl der Nutzer.

Verwendete Technik

  • Indirekte Injektion

    Injektion über Kalender-Einladungen

    Anweisungen werden in Titel oder Beschreibung eines Kalendereintrags versteckt und ausgelöst, sobald der Assistent den Kalender liest — bis hin zur Steuerung angebundener Geräte.

    Risiko hoch
  • Angriff auf Agenten

    Werkzeug-Missbrauch durch Injektion

    Die eingeschleuste Anweisung veranlasst den Agenten, seine angebundenen Werkzeuge zweckwidrig einzusetzen — Mails versenden, Dateien schreiben, Käufe auslösen, Code ausführen.

    Risiko hoch
  • Indirekte Injektion

    Indirekte Prompt Injection

    Die Anweisung stammt nicht vom Nutzer, sondern aus Inhalten, die das System selbst lädt — Webseiten, Dokumente, E-Mails. Der Angreifer muss nie mit der Anwendung interagieren.

    Risiko hoch