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Dokumentierter Vorfall · Juni 2025

EchoLeak: Zero-Click-Datenabfluss aus Microsoft 365 Copilot (CVE-2025-32711)

EchoLeak gilt als erster öffentlich dokumentierter Zero-Click-Prompt-Injection-Angriff auf ein produktives KI-System: Eine einzige präparierte E-Mail genügte, damit Microsoft 365 Copilot bei einer späteren, völlig normalen Nutzeranfrage Inhalte aus dem Kontext des Opfers nach außen gab — ohne dass jemand die Mail öffnen oder auf etwas klicken musste.

Zeitpunkt
Juni 2025
Betroffenes System
Microsoft 365 Copilot
Wirkung
Abfluss von Inhalten aus dem Kontext des Opfers ohne jede Nutzerinteraktion
Kennung
CVE-2025-32711, CVSS-Basiswert 9.3 (kritisch)
Stand der Behebung
Serverseitig durch Microsoft behoben
Primärquelle
nvd.nist.gov

Der Fall ist ein belegtes Beispiel für Prompt Injection in produktiven Systemen. Die Darstellung ist sachlich und erklärend; sie enthält keine Reproduktionsanleitung. Weitere Fälle stehen in der Vorfall-Übersicht.

Was passiert ist

Die Schwachstelle wurde vom Forschungsteam von Aim Security veröffentlicht und in der National Vulnerability Database als CVE-2025-32711 mit einem CVSS-Basiswert von 9.3 als kritisch geführt.

Der Angriffsweg ist der klassische indirekte: Die Anweisung steckt nicht in der Nutzereingabe, sondern in Fremddaten, die der Assistent im Auftrag des Nutzers verarbeitet — hier in einer E-Mail im angebundenen Postfach.

Der veröffentlichten Analyse zufolge wurden dabei mehrere Schutzschichten nacheinander umgangen, darunter ein Klassifikator für Injektionsversuche und die Bereinigung ausgehender Links.

Microsoft behob die Lücke serverseitig; ein Eingriff durch Kunden war nicht erforderlich.

Was der Fall zeigt

  • Zero-Click bedeutet: Es gibt kein Nutzerverhalten, das den Angriff verhindert hätte. Sensibilisierung von Mitarbeitenden greift hier nicht.
  • Je mehr Quellen ein Assistent lesen darf — Postfächer, Dateien, Chats —, desto mehr Kanäle stehen als Injektionsvektor offen.
  • Gestaffelte Filter erhöhen den Aufwand, ersetzen aber keine Begrenzung dessen, was das System nach außen senden darf.

Verwendete Technik

  • Angriff auf Agenten

    Zero-Click-Injektion

    Angriffsklasse, die ganz ohne Zutun des Opfers auskommt: Das Zustellen eines Inhalts in ein vom Assistenten durchsuchtes System genügt, um Injektion und Datenabfluss auszulösen.

    Risiko hoch
  • Indirekte Injektion

    Injektion über E-Mail

    Eine präparierte E-Mail genügt: Sobald ein Assistent das Postfach durchsucht oder zusammenfasst, gelangen die eingebetteten Anweisungen in seinen Kontext — ohne dass der Nutzer die Mail öffnen muss.

    Risiko hoch
  • Datenabfluss

    Datenabfluss über präparierte Links

    Die Antwort des Assistenten enthält einen scheinbar hilfreichen Link, in dessen Parametern vertrauliche Daten stecken — ein Klick des Nutzers genügt für den Abfluss.

    Risiko hoch

Quellen

  1. NIST National Vulnerability Database: CVE-2025-32711: https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2025-32711
  2. Reddy, Gujral: EchoLeak — The First Real-World Zero-Click Prompt Injection Exploit in a Production LLM System (arXiv:2509.10540): https://arxiv.org/abs/2509.10540