Indirekte Injektion in agentischen Browsern
Das Browser-Team von Brave analysierte, wie sich indirekte Prompt Injection gegen agentische Browser richtet: Anweisungen auf einer aufgerufenen Webseite gelangen in den Kontext des Assistenten und werden von ihm befolgt — mit den Rechten der laufenden Browser-Sitzung des Nutzers.
- Zeitpunkt
- 2025
- Betroffenes System
- Agentische Browser mit KI-Assistent, untersucht am Beispiel Comet
- Wirkung
- Der Assistent führt Anweisungen aus der besuchten Seite aus, statt sie als Inhalt zu behandeln
- Stand der Behebung
- Vom Hersteller nach der Veröffentlichung adressiert
- Primärquelle
- brave.com
Der Fall ist ein belegtes Beispiel für Prompt Injection in produktiven Systemen. Die Darstellung ist sachlich und erklärend; sie enthält keine Reproduktionsanleitung. Weitere Fälle stehen in der Vorfall-Übersicht.
Was passiert ist
Ein agentischer Browser liest den Seiteninhalt, um den Nutzer zu unterstützen. Damit übernimmt er zwangsläufig auch alles, was ein Angreifer auf dieser Seite platziert hat.
Anweisungen lassen sich für Menschen unsichtbar einbetten — als weiße Schrift, in Kommentaren oder in ausgeblendeten Elementen —, bleiben für den Assistenten aber lesbar.
Kritisch wird es, weil der Assistent in der angemeldeten Sitzung des Nutzers arbeitet und damit auf dessen Konten zugreifen kann.
Die Analyse ordnet das als strukturelles Problem der Bauform ein, nicht als Fehler einer einzelnen Implementierung.
Was der Fall zeigt
- Ein Assistent mit Sitzungsrechten ist ein verwirrter Stellvertreter, sobald er Fremdinhalte als Anweisung akzeptiert.
- Sichtbarkeit für Menschen ist kein Filter: Was unsichtbar ist, wird trotzdem gelesen.
- Agentische Browser brauchen eine harte Trennung zwischen Nutzerauftrag und Seiteninhalt sowie Bestätigungen für Aktionen mit Kontenbezug.
Verwendete Technik
-
Versteckter Text in Webseiten
Anweisungen werden für Menschen unsichtbar in eine Webseite eingebettet — weiße Schrift auf weißem Grund, Schriftgröße null, HTML-Kommentare oder ausgeblendete Elemente — bleiben für den Agenten aber lesbar.
Risiko hoch -
Verwirrter Stellvertreter
Der Agent handelt mit den Rechten des Nutzers, folgt aber der Absicht eines Angreifers — er wird zum Stellvertreter, der seine Berechtigungen fremdgesteuert einsetzt.
Risiko hoch -
Indirekte Prompt Injection
Die Anweisung stammt nicht vom Nutzer, sondern aus Inhalten, die das System selbst lädt — Webseiten, Dokumente, E-Mails. Der Angreifer muss nie mit der Anwendung interagieren.
Risiko hoch
Quellen
- Brave: Unseeable Prompt Injections in agentic browsers: https://brave.com/blog/comet-prompt-injection/