prompt injections.de
Dokumentierter Vorfall · August 2024

Datenabfluss aus privaten Slack-Kanälen über indirekte Prompt Injection

Das Sicherheitsunternehmen PromptArmor beschrieb, wie sich über eine in einem zugänglichen Kanal platzierte Anweisung Inhalte aus privaten Slack-Kanälen abgreifen ließen. Der Abfluss erfolgte nicht direkt, sondern über einen scheinbar hilfreichen Link in der Antwort des Assistenten — ein Klick genügte.

Zeitpunkt
August 2024
Betroffenes System
Slack AI
Wirkung
Inhalte aus privaten Kanälen konnten über einen präparierten Link an Dritte gelangen
Stand der Behebung
Von Slack nach der Meldung adressiert
Primärquelle
promptarmor.com

Der Fall ist ein belegtes Beispiel für Prompt Injection in produktiven Systemen. Die Darstellung ist sachlich und erklärend; sie enthält keine Reproduktionsanleitung. Weitere Fälle stehen in der Vorfall-Übersicht.

Was passiert ist

Der Angreifer benötigte keinen Zugriff auf den privaten Kanal, sondern nur die Möglichkeit, Text in einem Bereich zu platzieren, den die Suchfunktion des Assistenten später einbezieht.

Fasst der Assistent Inhalte zusammen, gelangt die eingeschleuste Anweisung in denselben Kontext wie die berechtigten Daten und wird als Anweisung befolgt.

Die Exfiltration lief über die Ausgabe: Der Assistent formulierte einen Link, in dessen Parametern die abzugreifenden Daten steckten.

Der Fall zeigt die Kombination aus indirekter Injektion und Datenabfluss über die Antwortdarstellung.

Was der Fall zeigt

  • Berechtigungen im Quellsystem schützen nicht, wenn ein Assistent berechtigte und unberechtigte Inhalte im selben Kontext verarbeitet.
  • Die Ausgabe ist ein Angriffskanal: Links und eingebettete Ressourcen in Modellantworten müssen bereinigt werden.
  • Auch ein einziger Klick eines gutgläubigen Nutzers reicht — der Angriff braucht keine technische Schwachstelle im klassischen Sinn.

Verwendete Technik

  • Datenabfluss

    Datenabfluss über präparierte Links

    Die Antwort des Assistenten enthält einen scheinbar hilfreichen Link, in dessen Parametern vertrauliche Daten stecken — ein Klick des Nutzers genügt für den Abfluss.

    Risiko hoch
  • Indirekte Injektion

    Indirekte Prompt Injection

    Die Anweisung stammt nicht vom Nutzer, sondern aus Inhalten, die das System selbst lädt — Webseiten, Dokumente, E-Mails. Der Angreifer muss nie mit der Anwendung interagieren.

    Risiko hoch
  • Datenvergiftung

    RAG-Vergiftung

    Präparierte Dokumente werden so gestaltet, dass sie für bestimmte Nutzerfragen sicher in die Top-Treffer der Vektorsuche gelangen und dort ihre Anweisungen ausspielen.

    Risiko hoch