Homoglyphen und Zero-Width-Zeichen
Schlüsselwörter werden mit optisch identischen Zeichen aus anderen Alphabeten oder mit unsichtbaren Trennzeichen geschrieben, um Signatur- und Sperrlisten-Filter zu unterlaufen.
- Englischer Begriff
- Homoglyph / Zero-Width Obfuscation
- Kategorie
- Obfuskation
- Risiko
- Risiko mittel
- OWASP-Bezug
- LLM01 — Prompt Injection
- Primärquelle
- blogs.cisco.com
Homoglyphen und Zero-Width-Zeichen (englisch „Homoglyph / Zero-Width Obfuscation") gehört zur Kategorie Obfuskation und ist eine der dokumentierten Techniken der Prompt Injection gegen Sprachmodelle. Der Eintrag beschreibt das Wirkprinzip, damit Betreiber ihre Systeme prüfen und absichern können; eine Übersicht aller Verfahren steht im Techniken-Verzeichnis. Im Risikokatalog OWASP LLM Top 10 fällt die Technik unter LLM01: Prompt Injection.
Funktionsweise
- Kyrillische oder griechische Buchstaben ersetzen lateinische Zeichen.
- Zero-Width-Joiner zerlegen ein Wort für den Filter, nicht für das Modell.
- Die Bedeutung bleibt für das Sprachmodell erhalten, der Signaturabgleich scheitert.
Risiko
Risiko mittel Die praktische Gefährdung produktiver Systeme wird für diese Technik als mittel eingestuft. Maßgeblich dafür sind die Rechte der betroffenen Anwendung: Je mehr eine LLM-Anwendung lesen, senden oder ausführen darf, desto größer ist der Schaden, den eine einzelne eingeschleuste Anweisung anrichten kann. OWASP führt den zugehörigen Risikobereich als LLM01 — Prompt Injection.
Schutz
Keine Einzelmaßnahme verhindert diese Technik vollständig. Wirksam ist gestaffelte Absicherung, bei der jede Schicht davon ausgeht, dass die vorherige versagt:
- Unicode-Normalisierung (NFKC) und Homoglyph-Mapping vor der Prüfung.
- Semantische Klassifikatoren statt reiner Wortlisten.
- Warnsignal bei Alphabet-Mischungen innerhalb eines Wortes.
Ausführlich behandelt der Bereich Schutz vor Prompt Injection die einzelnen Maßnahmen; passende Werkzeuge listet das Werkzeug-Verzeichnis.
Verwandte Techniken
-
ASCII Smuggling (unsichtbare Unicode-Tags)
Anweisungen werden in Unicode-Tag-Zeichen kodiert, die in Oberflächen unsichtbar bleiben, vom Modell aber als Text gelesen werden — der Mensch sieht nichts, das Modell folgt.
Risiko hoch -
Base64- und Kodierungs-Umgehung
Die schädliche Anweisung wird kodiert übergeben (z. B. Base64) und erst vom Modell selbst dekodiert — Filter, die den Klartext prüfen, greifen ins Leere.
Risiko mittel
Quellen
- Homoglyphen und Zero-Width-Zeichen — Primärquelle: https://blogs.cisco.com/ai/understanding-and-mitigating-unicode-tag-prompt-injection
Dieser Eintrag erklärt das Prinzip zu Verteidigungszwecken. Er enthält bewusst keine einsatzfertigen Angriffs-Payloads gegen konkrete Systeme (siehe redaktionelle Grundsätze).